„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“
Friedrich Nietzsche (1844-1900), dt. Philosoph
Musik spielt in der Jugendkultur seit vielen Jahrzehnten eine maßgebliche Rolle. Gerade auf der Suche nach Identifikation und Orientierung, ist sie ein relevanter Anhaltspunkt für junge Menschen. Durch Musik werden Gefühle, Inhalte, Einstellungen oder ganze Lebensentwürfe vermittelt.
Gleichzeitig ist das aktive Musizieren eine der komplexesten menschlichen Fähigkeiten, die einen großen positiven Einfluss auf das geistige Vermögen des Musikers hat. Das gemeinsame Musizieren ist nachweislich ein Garant für den Erwerb von sozialen und emotionalen Kompetenzen. Nicht zuletzt ist alles, vom Pfeifen oder Summen einer kleinen Melodie bis zum lauten Metal-Rock-Konzert notwendiger Ausdruck menschlicher Gefühle.
Die Arbeit der VILLA zur Förderung der musikalischen Potentiale von jungen Musikern und Bands aus Leipzig erstreckt sich auf unterschiedliche Bereiche:
Mit der Bühne im VILLAKeller.de betreibt die Villa einen Konzertraum, für verschiedenste Bands und einer Publikumsgröße bis zu 150 Personen, der in seiner Ausrichtung auf aktuelle Jugendkulturen in Leipzig seines gleichen sucht.
Alleine die 26 Konzerte, die im Rahmen von „L.E. Band 2010“ stattfanden, gaben 75 Bands und über 250 Musikern die Möglichkeit, sich zu präsentieren und lockten mehr als 1700 Gäste in die VILLA.
Ein mit Schlagzeug, Gesangsanlage und Bassverstärker ausgestatteter Proberaum ermöglicht gerade jungen Bands eine kostengünstige Möglichkeit zu proben.
Beim Coaching können einzelne Bands davon profitieren, dass ein erfahrener Musiker eine intensive Beratung zu den unterschiedlichsten Aspekten der Bandarbeit vor Ort im Proberaum der Band durchführt.
Bei den Workshops stehen in der VILLA Profimusiker zur Verfügung, die mit kleinen Gruppen von Musikern themenspezifisch an der Verbesserung ihrer Fertigkeiten arbeiten.
Der von der VILLA eingerichtete Bandalmanach [www.bands-in-leipzig.de] ist ein einzigartiges Internet-Portal in Leipzig auf dem für Musik-Interessierte, Musiker aber auch Veranstalter ein Überblick über eine große Zahl der in Leipzig existierenden Bands geschaffen wird.
In der vorliegenden Bandstudie wurden zum zweiten Mal Daten erhoben zur Arbeit von jungen Bands in Leipzig, sowie eine Jury formiert, die dieselben Bands aus einer professionellen Perspektive bewerteten. Die Studie ermöglicht durch den geschaffenen Überblick über die Band-Szene in Leipzig eine kompetente Verbesserung der Förderungsmöglichkeiten und ein präziseres Anpassen dieser an die Bedarfe.
Wir danken Allen die dazu beigetragen haben das Projekt „L.E. Band 2010“ durchzuführen.
Workshops
In der zweite Jahreshälfte haben wir im Projekt „L.E. Band 10“ drei Workshops zu den Themen „Rhythmus & Groove“, „Gesang & Stimmimprovisation“ sowie „Bühnenperformance“ durchgeführt.
Der 1-Tages-Workshop „Rhythmus & Groove“ wurde von sieben Musiker/innen besucht und konzentrierte sich auf die Instrumente Bass und Schlagzeug. Inhaltlich wurden durch die Referenten Sascha Paul Stratmann (Bass) und Andreas Schweiger (Drums) folgende Schwerpunkte mit den Teilnehmer/innen erarbeitet:
Analyse vorhandenen Wissens
Bedeutung und Funktion der jeweiligen Instrumente im Bandzusammenspiel
Rhythmische Übungen und Tipps
Zusammenspiel der rhythmischen Bandinstrumente Bass und Schlagzeug
Der 2-Tages-Workshop „Gesang & Stimmimprovisation“ wurde ebenfalls von sieben Musiker/innen besucht. Durch die Referent/innen Maria Schüritz (Master of Arts – Angewandte Medien- und Kulturwissenschaften / Sängerin) und Sabrina Bornmann (Sängerin) wurden folgende Schwerpunkte mit den Teilnehmer/innen erarbeitet:
Stimmhygiene
Aufwärmübungen
Improvisationsübungen
Loopstationarbeit mit Stimme
Der 2-Tages-Workshop „Bühnenperformance“ wurde von vier Musiker/innen besucht. Die Referenten Marek S. Bednarsky (Theaterwissenschafter, Regisseur) und Henning Dumke (Theaterwissenschaftler / Tanzlehrer) wurden folgende inhaltlich Schwerpunkte bearbeitet:
Selbstwahrnehmung auf der Bühne
Übungen zum Umgang mit Mikrofon und Instrument auf der Bühne
Bewegung auf der Bühne
Vorbereitung auf den Auftritt
Dabei fiel insbesondere auf, dass sich die Akquise von Teilnehmer/innen für die Angebote schwierig gestaltete. Die erste Workshopreihe des Jahres war während der Sommermonate geplant und führte trotz intensiver Werbung dazu, dass sich keine Musiker/innen anmeldeten. Erst für die zweite Reihe an Workshops konnten wir genügend Teilnehmer/innen akquirieren. Dafür haben wir eine Reihe von Gründen ausgemacht:
Wir haben für die Workshops einen Teilnehmerbeitrag (30,- € /ermäßigt 15,- € für zwei Workshoptage) erhoben, den sich sicherlich einige Musiker/innen nicht leisten konnten und/oder wollten. Erst bei dem Angebot kostenfreier Workshops haben sich Musiker/innen für die Angebote interessiert.
Viele Musiker/innen sind in den Sommermonaten im Urlaub.
Leipziger Musiker/innen sind nicht für das Angebot von Workshops sensibilisiert. Dafür spricht, dass wir auch in der zweiten Workshopreihe Musiker/innen nur durch persönliche Ansprache akquirieren konnten.
Coaching
In der zweiten Jahreshälfte haben wir uns mit einigen bisherigen Konzertteilnehmer/innen um das Thema Coaching bemüht. Der Schlagzeuger und selbstständige Veranstaltungstechniker Jann Gehard Elmar Stein hat in unserem Auftrag den Kontakt zu vier Bands hergestellt und diese in ihren Proberäumen aufgesucht.
Inhaltlich wurden dabei vor allem die Themen „Rhythmus & Groove“ der Band aber auch Arrangement von Songs und technische Themen diskutiert. Neben der inhaltlichen Ebene wurde von den Bands vor allem folgende Bedarfe formuliert:
Vorbereitung auf Studioaufnahmen
Rhythmus- und Schlagzeugcoaching
Bedeutung und Rolle der jeweiligen Instrumente im Bandset
Technischer Support
Im Jahr 2010 haben wir wiederum einen voll ausgestatteten Bandproberaum zu stundenweisen Nutzung für gerade junge Bands bereitgestellt. Dieser wurde rege durch etwa 30 Bands genutzt, die im Jahresverlauf auch wechselten. Im Proberaum standen den Bands auch Instrumente und Aufnahmegeräte für Demoaufnahmen zur Verfügung. Leider wurde im Berichtsjahr in den Proberaum eingebrochen und Technik (Bassamp, DVD-Player) entwendet. Diese musst dann wieder neu angeschafft werden und hat die Anschaffung einen Gitarrenverstärkers hinausgezögert.
Im Jahr 2010 hatten Bands auch die Möglichkeit technische Fragen an unseren Veranstaltungstechniker zu richten. Ursprünglich war dafür ein Zeitfenster montags eingeplant gewesen. Es hat sich jedoch heraus gestellt, dass die Bands ihre Fragen direkt beim Soundcheck vor den Konzerten an den Techniker richteten.
Im Jahr 2010 konnte die Bandstudie aus dem Vorjahr fortgesetzt werden. An der zweiten Bandstudie haben 75 Bands aus Leipzig und Umgebung teilgenommen. Wiederum haben wir die LIVE-Auftritte der Bands auf Video aufgenommen und durch eine dreiköpfige Jury bewerten lassen. Die Jury bestand aus den drei erfahrenen Bandmusikern Sascha-Paul Stramann, Andreas Schwaiger und Tim Ludwig. Die Bewertung der Bands erfolgte auf den Dimensionen Musikalität, Melodiegefühl, Rhythmusgefühl, harmonisches Verständnis, Versiertheit am Instrument, Gehör, Kreativität und Bühnenshow.
Parallel zur Jurybewertung haben wir jede/n Musiker/in einzeln mittels eines Fragebogens befragt. Neben Fragen zur eigenen musikalischen Geschichte und der Bandzusammenarbeit wurden die Musiker/innen gebeten, sich in den oben genannten Dimensionen selbst zu bewerten. Diese Bewertung wurde dann mit der Jury verglichen.
Die Ergebnisse der Studie wurden am 17.12.2010 zu zweiten Symposium Bandförderung der Fachöffentlichkeit präsentiert. Eine genauere Beschreibung der Bandstudie ist in der Broschüre „Bands und Bandförderung in Leipzig“ nachzulesen. Die Broschüre ist als Anlage zum Sachbericht beigelegt.
Im Jahr 2010 haben wir begonnen, den Bandalmanach mit unseren Kontakten und Bands zu füllen. Während der Projekte „L.E. Band 09&10“ haben wir Kontakte zu einer großen Menge an Leipziger Bands hergestellt. Die Durchführung beider Projekte hat dazu geführt, dass wir von einer steigenden Anzahl an Bands in Leipzig und Umgebung insbesondere für Konzerte angefragt werden. Bereits im Jahr 2009 haben wir eine erste Schätzung abgegeben, dass es in Leipzig mindestens 200 Bands geben muss. Aber auch nach zwei Jahren intensiver Bandförderung in Leipzig können wir immer noch nur schätzen. Unser Ziel ist es deshalb unsere Schätzungen zu validieren und eben auch jährlich zu aktualisieren. Deshalb haben wir im Jahr 2010 damit begonnen den Leipziger Bandalmanach auf der Internetseite www.bands-in-leipzig.de zu veröffentlichen. Im Jahr 2010 haben wir den Bandalmanach mit unseren Kontakten und Bands gefüllt. Gemeinsam mit Partner/innen werden wir in den kommenden Jahren, die Bandlandschaft möglichst genau abbilden.
Ein wichtiger Teil des Projektes „L.E. Band 10“ war die Planung von Nachwuchskonzerten im VILLAKeller.de. Im Jahr 2010 haben wir an 26 Terminen Konzerte mit insgesamt 75 Bands aus Leipzig und Umgebung umgesetzt. Die Konzerte wurden dabei von ca. 1700 Gästen besucht. Über die Konzerte des Projektes „L.E. Band 10“ hinaus haben wir gemeinsam mit der Bandcommunity Leipzig die Konzertreihen „Burning Ballroom“ und „Stubenrocker“ durchgeführt. Die Veranstaltungsreihe „Burning Ballroom“ richtete sich mit 3 Konzerten an Bands aus Leipzig aber auch an deutschlandweite Formationen. So konnten auch über die Grenzen von Leipzig hinaus Kontakte unter den Bands geknüpft werden.
Die Reihe „Stubenrocker“ richtete sich an Bands aus Leipzig, die gerade den Sprung aus dem Proberaum geschafft haben. Ihnen boten wir mit 3 Konzerten die Möglichkeit auch mit einem kleinen Programm auf die Bühne zu gehen.
Im Jahr 2010 besuchten den offenen Gitarrenabend 666 Teilnehmer/innen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren in der Summe der Nutzer/innen der einzelnen Veranstaltungen. Davon waren 220 Frauen. Über diese Zahlen hinaus wurde der Abend auch in einem geringen Anteil von Erwachsenen über 27 Jahren genutzt. Hervorzuheben ist hierbei die hohe Akzeptanz und der Respekt, mit dem sich die verschiedenen Altersgruppen begegnen.
Der Hauptteil (78%) der neuen Nutzer/innen hat uns durch Empfehlungen von anderen Jugendlichen erreicht. Etwa 8 % erreichten uns durch Flyerwerbung sowie weitere 7 % durch Zeitschriften und Magazine. Die Nutzer/innen des Gitarrenabends sind von ihrem sozioökonomischen Status eine sehr heterogene Gruppe. Etwa ein Drittel der Nutzer/innen befindet sich in Ausbildung und/oder bereits in Arbeit. Ein Drittel der Teilnehmer/innen studiert, während ein weiteres Drittel der Teilnehmer/innen arbeitslos und/oder nach der Schule orientierungslos ist.
Ein besonderes Interesse der regelmäßigen Teilnehmer/innen galt in diesem Rahmen dem Thema Veranstaltungstechnik. Hier haben wir regelmäßig praktische Einführungen in den technischen Aufbau von Kleinbühnen angeboten.
Darüber hinaus hatten wir im Jahr 2010 einen Bandausscheid unter dem Titel Meatball geplant. Für diesen ließen sich jedoch keine finanziellen Unterstützer finden, so dass wir diesen nicht umsetzten konnten.

Die Idee zum Projekt „Le Band 09“ ist im Jahr 2008 aus der Situation entstanden, dass wir unsere Arbeit mit jungen Bands professionalisieren wollten. Über mehrere Jahre hinweg haben wir Erfahrungen in der Förderung von jugendlichen Bands gesammelt. Bis dato fehlten uns aber die Ressourcen dies systematisch zu tun.
Bei der Durchführung zum Projekt kam es neben vielen Erfolgen gerade zu Beginn des Projektes zu zwei wesentlichen organisatorischen Problemen:
Unser Antrag zum Projekt wurde urspünglich nicht von der Seite der Stadt präferiert. Wir sind also noch bis in den März 2009 hinein davon ausgegangen, dass unser Projekt nicht gefördert würde und also auch nicht durchführbar ist. Mit der Bewilligung des Projektes konnten wir erst im April, also vier Monate später als geplant, beginnen. Daraus resultierte, dass einzelne Elemente des Projektes so nicht mehr umsetzbar waren.
Ursprünglich war geplant, das Projekt im Kontext des Kooperationsprojektes der Soziokulturellen Zentren „Leipzig macht Musik“ anzubinden. Da für das Kooperationsprojekt durch das Geyserhaus e.V. ebenfalls ein Antrag an das Kulturamt der Stadt Leipzig gestellt wurde bestand die Gefahr einer Doppelfinanzierung. Deshalb haben wir den Teil des Projektes „Pimp my Band“ aus dem Projekt „Le Band 09“ herausgenommen, da die Finanzierung selbigen eben auch über das Kooperationsprojekt geplant war.
Im Kontext der ersten Leipziger Bandstudie haben 52 Bands aus Leipzig und Umgebung teilgenommen. Wir haben von diesen Bands Live-Auftritte auf Video aufgenommen und diese dann mit einer Expertenjury ausgewertet. Die Jury bestand dabei aus drei erfahrenen Musikern. Parallel zu den Aufnahmen haben wir jede/n Musiker/in mittels eines standardisierten Fragebogens befragt und die Ergebnisse mit der Jurybewertungen verglichen.
Die Ergebnisse der Studie wurden am 16.12.2009 zu einem Symposium der Fachöffentlichkeit präsentiert. Eine genauere Beschreibung der Bandstudie ist in der Broschüre „Selbst- und Fremdbild von Leipziger Nachwuchs- und Amateurbands“ nachzulesen. Die Broschüre ist als Anlage zum Sachbericht beigelegt.
Ein wichtiger Teil des Projektes „Le Band 09“ war die Planung von Nachwuchskonzerten. Ursprünglich war die Durchführung von drei Schulhofkonzerten geplant Durch den späten Projektbeginn konnten diese nicht mehr in einem Zeitrahmen passieren, den auch die Witterungsbedingungen zugelassen hätten.
Deshalb haben wir die Nachwuchskonzerte im VILLAKeller.de umgesetzt. In diesem Kontext wurden im Zeitraum zwischen Juli und Oktober 15 Konzerttermine mit jeweils 3-6 Bands aus Leipzig und Umgebung geplant und umgesetzt. Die Bands wurden dafür aus den Bewerbungen für das Projekt nach entsprechenden Genre ausgewählt. Insgesamt haben an diesen 15 Terminen 49 Bands bei uns gespielt.
Zusätzlich zu den direkten Bandstudienterminen haben wir im Jahr 2009 vier weitere Konzerte mit insgesamt 17 Bands aus Leipzig und Umgebung umgesetzt. Dieser Konzerte standen unter dem Motto von Jugendlichen für Jugendliche. Das bedeutet, dass wir in diesem Rahmen zwar beratend zur Seite gestanden haben, die Konzerte aber selbstständig von Jugendlichen aus Nachwuchsbands organisiert wurden.
Neben diesen Konzerten wurden in unseren Räumen im Jahr 2009 sieben Konzerte gemeinsam mit der Bandcommunity Leipzig e.V. umgesetzt. Darin sind drei Konzerte unter dem Titel „Stubenrocker“ als Nachwuchskonzerte zu sehen. Neben der Kooperation mit der Bandcommunity Leipzig e.V. sind wir auch ein Austragungsort des Bandwettbewerbes „Leipzig Courage zeigen“ an dem sechs Leipziger Bands ihr Können unter Beweis gestellt haben..
Auch wenn der Projektteil „pimp my band“ gestrichen werden musste, haben wir uns im Rahmen unserer Arbeit dem Thema Bandcoaching auch außerhalb des oben beschriebenen Kooperationsprojektes gewidmet. Das Coaching und die Unterstützung von jungen Bands und Musiker/innen haben wir dabei an drei Punkten realisiert.
Im Bandprobenraum der VILLA proben über das Jahr gesehen ca. 30 Bands. Durch die Mitarbeiter/innen des VILLAKeller.de und durch ehrenamtliche Mitarbeiter/innen wurden diese in unregelmäßigen Abständen aufgesucht und hinsichtlich ihrer musikalischen Leistungen und anderen Bandfragen beraten. Leider ließ diese Vorgehensweise noch nicht die Systematik zu, die durch den Projektteil „pimp my band“ angedacht war. Dennoch wollten wir nicht ganz ohne das Coaching von Bands auskommen.
Wie bereits erwähnt haben im VILLAKeller.de 14 Nachwuchskonzerte mit 49 Bands stattgefunden, deren Ergebnisse auf Video aufgezeichnet wurden. Diese Aufzeichnungen haben die Bands zur eigenen Verwendung quasi als Videofeedback von uns bekommen. Mit einigen der 49 Bands wurden direkt im Anschluss und/oder bei der Übergabe der Videodaten kurze Auswertungsgespräche zum Konzert geführt. Auch diese Gespräche waren eher spontaner Natur. Im Jahr 2010 soll dieser Projektteil in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Theater sehr viel systematischer umgesetzt werden.
Im Kontext des Offenen Gitarrenabends, der seit Februar 2009 jeden Montag stattfindet, konnten Musiker/innen neue eigene Songs auf einer Bühne ausprobieren. Gerade für junge (Band-)Musiker/innen war dies auch ein Ort, an dem sie Feedback zu ihrer Musik bekommen haben. Der Abend ist insofern besonders, da aus dem Coaching durch die Diskussion im Kreise von Musiker/innen eine Form von Peercoaching wird. Im Jahr 2010 wir der Gitarrenabend einmal im Monat mit einer Band im Focus angeboten werden. Dadurch wird das Thema Peercoaching noch intensiviert.
Von jeder Band, die im Zeitraum zwischen Juli und Oktober 2009 im VILLAKeller.de gespielt hat, haben wir eine Mehr-Kanal-Audioaufnahme gemacht. Aus diesen Daten haben wir dann pro Band einen Song ausgewählt und für den Leipziger Nachwuchssampler gemastert. Den Band haben wir die gemasterten Dateien zugeschickt, so dass diese ihr Einverständnis erklären konnten. Leider haben dies nicht alle 49 Bands gemacht. Hier kam insbesondere ein Effekt zum Vorschein, den wir bereits im Kontext der Bandstudie beobachten konnten. Bands mit einem hohen musikalischen Können gehen sehr kritisch mit ihrer Musik um, während Bands mit einem geringeren Können sich eher überschätzen. Für den Bandsampler bedeutet das, dass zum Beispiel der Juryliebling der Bandstudie seinen Song nicht für den Sampler bereitstellen wollten, da sie sich als zu schlecht empfunden haben.
Der Sampler kann aktuell über die Internetseite www.le-band-09.de kostenfrei heruntergeladen werden. Dabei wird er immer noch aktualisiert, da vereinzelt noch Einverständniserklärungen bei uns eintreffen. Der fertige Sampler wird ab April 2010 über verschiedene Filehoster zum Download bereit gestellt.
Parallel zum Leipziger Nachwuchssampler war geplant, dass für die teilnehmenden Bands ein Podcast entstehen soll, der für das Publikum die Bands darstellt und Videos bereitstellt. Diesen Podcast haben wir als Youtube-Channel gepaart mit der Projektwebseite realisiert.
Auf den Youtube-Channel VILLAKeller.de wurden durch uns alle Videoaufnahmen der Konzerte als Clips hochgeladen. Die Bands werden dabei auf dem Channel rege diskutiert. Parallel dazu gibt es auf der Webseite www.le-band-09.de eine Sektion in der Informationen zu den einzelnen Bands abrufbar sind. Dort sind wiederum einzelne Clips der Bands aus dem Youtube-Channel eingebunden.
Im Jahr 2010 soll aus diesen Daten der Leipziger Bandalmanach entstehen, der dann durch uns regelmäßig aktualisert wird.