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Ergebnisse 2010

Insgesamt wurden die Antworten von 235 Musikern ausgewertet. Der weibliche Anteil war wie im Vorjahr sehr gering (21 Musikerinnen). Die beliebtesten Instrumente waren E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug. Die meisten Teilnehmer waren Autodidakten oder erlernten das Instrument an der Musikschule bzw. durch einen privaten Musiklehrer, der Rest über Freunde und Familie.

Wie schon im Vorjahr wurde das Videomaterial aller beteiligten Bands angeschaut und ausgewertet. Es wurde wieder ein breit gefächertes Angebot der Leipziger Musikszene präsentiert, die Musikrichtungen waren sehr unterschiedlich. Auffällig hierbei ist, dass eine Vielzahl der beteiligten Bands aus dem Hardrock- und Heavy Metal – Bereich kommt. Diese Szene ist in Leipzig sehr präsent und die Bands entsprechend zahlreich. Es gab einige Bands aus dem Bereich Funk und Soul, aus der experimentellen Musik und natürlich aus dem großen Bereich Rock und Pop. Im Vorjahr ging es um den Betrachtungspunkt der „Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung von Musikern“. Dieses Jahr haben wir uns dazu auf die Frage der Bedeutung von Musik konzentriert.

Bedeutung des Musikunterrichtes an Schulen

Wie auch im letzten Jahr wurde wieder deutlich,dass der Musikunterricht an den allgemeinbildenden Schulen nur eine untergeordnete Rolle spielt. Kaum einer der teilnehmenden Schüler hat die musikalische Inspiration durch den Schulunterricht erlangt. geschweige denn ein Instrument im Kontext Schule erlernt. Von den Musikern besuch(t)en etwa 2/3 das Gymnasium. Die Mittel- bzw. Hauptschule waren auch in diesem Jahr wieder stark unterrepräsentiert.

Die Praxis zeigt zwar immer wieder, dass auch aus dem Kontext Schule erfolgreiche Bandprojekte entstehen können, jedoch fehlen aus unserer Erfahrung den meisten Schulen schlicht weg die technische Ausstattung für zeitgemäßen Musikunterricht und Bandarbeit.

Stellenwert der Band für jugendliche Musiker/innen

Um dieser Frage nachzugehen, werteten wir Fragen nach der Probezeit am Instrument und innerhalb der Band aus. Hierbei stellte sich heraus, dass die Mehrheit der beteiligten Musiker im Schnitt zwischen vier und acht Stunden in der Woche mit dem Instrument bzw. mit der Band verbringen. Das alleinige bzw. gemeinsame Musizieren macht demnach einen großen Teil der zur Verfügung stehenden Freizeit aus. Die Band kann demnach mehr sein als „nur“ der Ort des gemeinsamen Musizierens. Sie ist ebenfalls ein wichtiger Ort, um zu Kommunizieren oder Freundschaften zu schließen und zu pflegen. Es gibt wenige Gemeinschaften, wo ein soziales Gefüge so stark sein kann, wie in einer Band.

Die Musiker gaben an, sehr viel über ihre Musik und ihre musikalischen Absichten zu sprechen, über Sound und über Image. Die meisten Teilnehmer/innen reflektieren also ihre Musik und betrachten diese durchaus auch kritisch, um gemeinsam Fortschritte zu machen. Es scheint also, dass sich hier Spaßfaktor und Motivation sehr gut ergänzen. Der „intime“ Raum des Musizierens wird geschützt, unabhängig vom Musikstil.

Selbst- und Fremdeinschätzung

Wie im letzten Jahr zeichnet sich ab, dass die „besseren“ Musiker/innen kritischer mit sich und ihrem Können umgehen. Ihre Einschätzung ist eher zurückhaltend und tendiert ins Negative, wohingegen sich vermeintlich „schlechte“ Musiker/innen oftmals überschätzen. Die größten Abweichungen zwischen Jury und Band gab es bei Bands mit geringem musikalischen Können, wobei auch die teilweise mangelnde Ernsthaftigkeit der Bearbeitung der Fragebögen zu diesem Ergebnis beiträgt.

Fazit

Die Zusammenfassung der Ergebnisse der Bandstudie „L.E. Band 10“ hat gezeigt, dass Musik im Leben der Jugendlichen einen besonderen Stellenwert hat. Es geht dabei noch nicht mal um den Wunsch am Instrument weiter zu kommen oder irgendwann als professioneller Musiker zu arbeiten, sondern vielmehr darum, gemeinsam Zeit zu verbringen, zu musizieren und auf der Bühne zu stehen. Bandmusiker/innen sind in diesem Zusammenhang eben auch wichtige Multiplikatoren für Meinungen und das Lebensgefühl junger Menschen. Sie sind insofern relevante gesellschaftliche Akteure, die auch eine entsprechende gesellschaftliche Förderung erfahren sollten.

Die Anzahl der Bands in Leipzig ist noch einmal gestiegen, was an den Anmeldungen zur Bandstudie zu erkennen ist. Eine stetige Verbesserung der Proben- und Auftrittsbedingungen in der „Musikstadt“ Leipzig ist daher wünschenswert. Das musikalische Potenzial ist zweifellos vorhanden.

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2010_Dokumentation_web.pdf